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Kunst in der Coronakrise mit unglaublich schöpferischem Pote

Krisen müssen nicht immer nur isolierte Krisen für sich selbst sein. Es können sich in ihnen ebenso Chancen bergen.


geschrieben von Andreas von Brühl, aktualisiert 14/07/2020

Inhalt
  1. Kunst in der Krise
  2. Die Künstler mit Zeit des Schaffens
  3. Zeiten des Ausprobierens
  4. Kunstmuseen und Galerien unter Druck zur Veränderung
  5. Fazit zur Kunst in der Coronakrise

Kunst in der Krise



Seit Anfang des Jahres plagt die Coronakrise das weltweite Geschehen. Darunter leiden sehr viele Menschen und auch die Weltwirtschaft. Jenseits dieser Szenarien lohnt sich ein Blick auf den kreativ-schöpferischen Part der Gesellschaft. Das sind die Künstler, kreativen Menschen und Kunstmuseen sowie Galerien. Die nachstehenden Ausführungen sollen einen Einblick geben, welchen Einfluss die Krise auf sie hat und wie sie mit dieser umgehen beziehungsweise umgehen sollten.

Die Künstler mit Zeit des Schaffens



Die Künstler sind meistens an der richtigen Stelle, wenn sie sich in der Quarantäne befinden. Denn Ihr Zuhause ist oftmals zugleich ihre Arbeitsstätte, in der sie malen oder Plastiken herstellen können. Nun haben sie während der Quarantäne mehr Zeit gewonnen, die sie zuvor vielleicht mit Interviews oder bei Gala-Shows verbraucht haben. Das ging von der kreativen Schöpfungszeit ab. Zudem stören diese Veranstaltungen manchmal die kreativen Zeiten, die durch solche Aktivitäten unterbrochen wurden. Diese Störungen fallen nun komplett weg, die sie mittels intensiven Schaffens nutzen können. Die Themen mögen nun auch interessanter werden. Es wäre ebenso nicht falsch, die Krise als Thema sogar selbst zu nehmen. Denn viele Künstler in der Historie nutzten Krisen oder auch ihr ganz persönliches Leid, um neue Kunstwerke entstehen zu lassen. Sie mussten sich einfach den Freiraum schaffen und sich eben mittels der Kunst die Luft verschaffen, ihr Leid darzustellen. Das brachte ihnen Linderung. So kann das auch heute wieder sein. Denn viele Menschen leben derzeit in Furcht und Sorge. Diese suchen sich immer eine Form, sie darstellerisch herauszulassen. Das können vor allen Dingen Künstler oder künstlerische begabte Personen am besten.

Zeiten des Ausprobierens



Viele Künstler nutzen die Mehrzeit einfach dazu, Neues auszuprobieren. Damit ist zum einen das Thematische gemeint. Sie können sich mit neuen Inhalten auseinandersetzen und diese auf die Leinwand bringen oder eine neuartige Skulptur schaffen, zu der sie zuvor nicht gekommen sind. Sie können in dieser Zeit auch über ihren eigenen künstlerischen Schatten springen. Das Altgewohnte in ihrer Kunst und wie sie sie gestalten haben, kann verändert werden. Dafür ist Raum da, den sie nutzen können und vielleicht gerade jetzt nutzen sollten. Vieles steht ebenso still. So lastet meistens auch nicht der Druck auf sie, schnell ein Kunstwerk für die bisherigen Kunden fertigstellen zu müssen, damit sie präsentiert werden kann. Druck ist sowieso nicht gut, da sie die Kreativität blockiert. Kunst braucht Freiheit jenseits von Zwängen.
 Zudem können die Künstler auch neue Techniken ausprobieren und in ihre bisherigen Künste einfließen lassen. Das darf ihre Kunst bereichern und zu neuen Ufern führen. Vielleicht kommen ganz neue Techniken zustande, die bisher noch niemand zuvor ausprobiert hatte. Der Drang dazu ist groß, denn die zeitliche Freiheit ist ebenso dafür da, neue Anwendungen und Verfahrensweise auszutesten. Mögen sie eventuell am Anfang langsamer auszuführen sein. Das dürfe im Moment keinerlei Problem darstellen. Auch diese Zeit ist während der Quarantäne vorhanden.

Kunstmuseen und Galerien unter Druck zur Veränderung



Die es innerhalb des künstlerischen Sektors am meisten negativ getroffenen zu haben scheint, sind die Kunstmuseen und Galerien. Das ist offensichtlich, da sie von den Kunden abhängig sind, die nun während der Coronakrise völlig ausbleiben. Öffentlich-rechtliche Kunststätten sind davon wirtschaftlich zwar auch getroffen. Sie stehen aber noch mehr unter dem staatlichen Schutz und dessen Förderung in Krisenzeiten. Private Galerien sind das hingegen nicht. Sie müssen sich selbst verwalten und haben wirtschaftlich starke Zwänge, die die privaten Besitzer ausüben. So stehen sie besonders unter Druck, sich verändern zu müssen und eventuell nach neuen Einnahmequellen zu suchen. Dass es nur die staatlichen zugesagten Hilfen während der Krise sein sollen, hängt davon ab, ob diese reichen werden und ausreichen sollten. Wenn sie das aber nicht sind, müssen neue Ideen her. Eine mögliche wäre, dass sie wieder ihre Türen für das breite Publikum öffnen. Dies sollte aber nicht gegen den staatlichen Willen sein und somit nicht mit einer physikalischen Kundschaft, die wirklich durch die Hallen der Galerie schreitet. Es könnten virtuelle Ausstellungen im Internet sein, die einer realen Begehung gleichkämen. Die Möglichkeiten sind bereits vorhanden, Räume begehen zu können, wenn beispielsweise an die Architektur oder auch Immobilienbesichtigungen gedacht wird. Sie können bereits virtuell besucht werden, ohne dass der Interessent wirklich vor Ort sein muss. Selbst die mangelnden Einnahmen könnten wettgemacht werden. Unterschiedliche Bezahlmethoden könnten dabei zur Anwendung kommen. Darunter wäre als erstes eine freiwillige Spende zu sehen, die die Galeriebesucher vielleicht sogar gerne geben würden. Denn sie haben bereits schon vor der Krise erkannt, dass die Kunst für sie wichtig ist. Das Mitgefühl gegenüber den Galerien dürfte bewusst sein und zum Spenden veranlassen. Falls dies ihnen noch nicht bewusst wäre, könnte die Galerie darauf nochmals eindringlicher beim Besuchen der Webseite beziehungsweise Online-Galerie hinweisen. Das dürfte ausreichen, dass zu mindestens viele von diesen Kunstliebhabern spenden werden. Die Bezahlung sollte vereinfacht werden. Bequeme Sofortüberweisung oder auch PayPal sind als Beispiel schnelle und recht unkomplizierte Methoden. Die Freiwilligkeit zur Spende ist natürlich sehr unsicher und könnte deswegen ein wirtschaftliches Risiko bedeuten, da die Einnahmen nicht planbar sind und auf die „Nettigkeit“ der Besucher ankommt. Als weitere Idee könnte ein Pflichteintritt für die virtuelle Begehung sein. Das käme dem normalen Besuch in Nicht-Krisenzeiten gleich. Das würde sicherlich auf Verständnis bei den Besuchern stoßen. Eventuell müssten allerdings ein paar Vergünstigungen angeboten werden, wenn es wirtschaftlich möglich ist. Denn eine virtuelle Begehung kann für die meisten konservativen Museums- und Galeriebesucher ungewohnt und eine Art „zweiter Klasse“ im Museumsbesuch sein. Eventuell könnten sie für sich einige Abstriche darin sehen und meinen, es käme einem wirklichen Besuch nicht gleich. Die angepassten Eintrittspreise müssen sich dennoch wirtschaftlich rechnen, damit alle Kosten gedeckt werden. Ein Kosten-Budget-Plan muss dazu immer von jeder Galerie erstellt werden. Eine weitere Idee wäre es, die Begehung mittels Werbung zu finanzieren. Das ist eine bereits akzeptierte Form, die auch große Zeitschriften anwenden, wenn sie nur noch online und eben ohne Abo gelesen wird. Das könnten die Galeriebesucher bestimmt in breiter Weise akzeptieren. Eine Mischform unter den genannten Ideen wäre ebenso denkbar. Das könnte beispielsweise die Spendenform mit Werbeinnahmen auf der Webseite sein. Die Möglichkeiten sind also groß, die zur Verfügung stehen könnten.

Fazit zur Kunst in der Coronakrise



Krisen müssen nicht immer nur isolierte Krisen für sich selbst sein. Es können sich in ihnen ebenso Chancen bergen. Gerade die Kunst lässt sich nicht durch sowas einschränken, denn es ist eine schöpferische Kraft, die es in guten wie auch in schlechten Zeiten gibt. Die Künstler werden für ihre bisherige Kunst, ganz neuen Ideen und Umsetzungenmöglichkeiten ausgiebig Zeit haben. Die Kunstmuseen und Galerien müssen hingegen versuchen, die sich auf die veränderte Situation anzupassen und sich um die Kundschaft anders kümmern. Das bedeutet für sie gleichzeitig, dass sie sich auf die digitale Welt umstellen und sie sich zu Nutze machen müssen. Gerade jetzt sollte die Zeit dafür verwendet werden.




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