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Beschreibung für Evangelisches Erbauungs- und Predigtbuch


Johann Quirsfeld: Evangelischer Hertzens-Schatz oder Erklärung aller Sonn- und Fest-täglichen Evangelien, mit beigefügten „Vier und viertzig geistreichen Paßions-Andachten“ und einer Vorrede von August Pfeiffer. Siebte Auflage, Leipzig 1735. Gedruckt mit königlich-polnischem und kurfürstlich-sächsischem Privileg.

Der Verfasser Johann Quirsfeld (1642–1686) war Archidiakon in Pirna und einer der meistgelesenen lutherischen Erbauungsschriftsteller seiner Zeit. Das Werk erklärt die Evangelien des Kirchenjahres in Form eines Gesprächs zwischen einem „Lehr-Engel“ und gläubigen Seelen. Es war über Jahrzehnte in protestantischen Haushalten verbreitet und erlebte zahlreiche Auflagen.

Das Titelblatt ist in Rot und Schwarz gedruckt, mit einer aufwendigen kalligrafischen Titelzeile. Neben der gedruckten Jahreszahl steht eine spätere handschriftliche Ergänzung „1735“.

Der Einband ist zeitgenössisch, vermutlich Schweinsleder oder Kalbsleder über Holzdeckeln. Er trägt reiche Blindprägung mit mehreren Rahmen aus floralen Rollenstempeln und ein Mittelfeld mit Rankenwerk. Der Rücken hat erhabene Bünde. Erhalten sind zwei Messing-Schließenhaken, die Schließbänder fehlen.

Der vordere Spiegel bzw. das Vorsatzblatt trägt mehrere handschriftliche Einträge aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dabei handelt es sich offenbar um Familieneinträge zu Geburten und Todesfällen, unter anderem mit den Jahreszahlen 1807 und 1833. Hinzu kommt ein Besitzvermerk in violetter Tinte, wonach das Buch 1908 käuflich erworben wurde. Diese Einträge machen die Geschichte des Buches nachvollziehbar und geben ihm einen eigenen kulturhistorischen Reiz.

Zum Erhaltungszustand: Der Einband ist berieben und fleckig, mit Wurmlöchern, Bestoßungen an Ecken und Kanten und einer kleinen Fehlstelle an der oberen Ecke. Das Titelblatt ist gebräunt, knittrig und fleckig, die Ränder sind leicht eingerissen. Das Vorsatz ist stark gebräunt, hat am oberen Rand Fehlstellen und ist teilweise gelöst. Den Buchblock und die Vollständigkeit konnte ich anhand der Fotos nicht prüfen.

Expertenmeinung und Schätzung


Religiöse Bücher wie Bibeln, Gesangbücher und Postillen waren in den 1990er-Jahren noch ein deutlich gefragteres Sammelgebiet als heute. Inzwischen ist die Nachfrage spürbar zurückgegangen. Gerade die im 18. Jahrhundert in hohen Auflagen gedruckten Erbauungsbücher kommen relativ häufig auf den Markt und erzielen meist moderate Preise.

Für Sammler entscheidet vor allem der Erhaltungszustand. Ein vollständiges Exemplar mit festem, originalem Einband, intakten Beschlägen und sauberem Buchblock ist wesentlich begehrter als eines mit Fehlstellen oder Wasserschäden. Positiv fällt hier der zeitgenössische blindgeprägte Ledereinband mit Schließenresten ins Auge.

Spannend werden solche Bücher besonders dann, wenn sie reich illustriert sind, etwa mit Kupfertitel, Frontispiz oder Kupferstichtafeln. Ob dieses Exemplar Illustrationen enthält, lässt sich anhand der Fotos nicht beurteilen.

Auch die Auflage spielt eine Rolle, denn Inhalt und Ausstattung wurden von Ausgabe zu Ausgabe verändert und erweitert. Bei der vorliegenden siebten Auflage von 1735 handelt es sich um eine spätere Ausgabe. Frühe Auflagen aus dem 17. Jahrhundert sind für Spezialsammler in der Regel interessanter.

Einen zusätzlichen Reiz haben die handschriftlichen Familieneinträge. Sie dokumentieren die Nutzung des Buches über mehrere Generationen und sind für regionalgeschichtlich und genealogisch Interessierte ein Pluspunkt.

Handlungsempfehlung durch die Experten für Bücher Autografen von Estimando


Ich würde empfehlen, das Buch bei einem spezialisierten Auktionshaus wie dem Auktionshaus von Brühl in Stuttgart einzuliefern. Dort kann es fachkundig katalogisiert und über die Online-Teilnahme einem internationalen Bieterkreis angeboten werden. Gerade bei einem Sammelgebiet mit eingeschränkter Nachfrage ist diese Reichweite wichtig, um die passenden Interessenten zu erreichen.

Bis zur Einlieferung sollte das Buch trocken, lichtgeschützt und liegend aufbewahrt werden. Reparaturen in Eigenregie, etwa mit Klebeband, sollten unterbleiben. Lose Teile des Vorsatzes sollten beim Buch bleiben.

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