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Beschreibung für Verordnung der n.ö. Landschaft (Erzherzogtum Österreich unter der Enns), Wien 1732


Gedrucktes Mandat bzw. Patent (Einblattdruck, keine Buchbindung) der „N. und N.“ (Niederösterreichischen) Verordneten einer Löblichen Landschaft des Erzherzogtums Österreich unter der Enns, gegeben in Wien am 9. September 1732, in der Regierungszeit Kaiser Karls VI. Der Text bezieht sich auf den für das Jahr 1732 ausgeschriebenen Landtag (ausgeschrieben auf den 26. November 1731). Der Inhalt betrifft eine Mitteilung bzw. Verordnung der Stände an Prälaten, Herren, Ritterschaft, Städte und Märkte sowie an alle, die in Niederösterreich Gülten, Güter und Untertanen besitzen. Der genaue Gegenstand steht auf den nicht fotografierten Innenseiten und muss dort geprüft werden.

Gestaltung: Der Druck beginnt mit einer Holzschnitt- bzw. Zierleiste mit Wappenschild (Bindenschild, österreichisches Wappen) unter einer Krone, umgeben von Blattwerk. Es folgen eine große figürliche Zierinitiale und Fraktur-Druck mit Schwabacher-Auszeichnungen. Der Schluss trägt die Unterfertigung der Verordneten in großer Fraktur.

Besonderheiten (nach Fotos):

  • Siegelspuren in rotem Lack (Oblate/Lacksiegel) am oberen Rand der Rückseite, teils abgeplatzt, dazu Prägespuren im Papier (Siegelabdrücke).
  • Handschriftlicher Vermerk in brauner Tinte auf der Rückseite mit Kanzleischnörkel, vermutlich ein Registratur- oder Zustellvermerk (Lesung vor Ort).
  • Das Papier ist handgeschöpft mit unregelmäßigem, teils ausgefranstem Rand und Büttencharakter.
  • Das Blatt war gefaltet (Brief- bzw. Versandform).
Maße / Seitenzahl: [bitte ergänzen: Format, Anzahl der Blätter/Seiten, Bogensignatur (auf Seite 1 ist „A“ erkennbar)]
Zustand (nach Fotos): Altersgemäß mit deutlichen Wasser- bzw. Feuchtigkeitsflecken, Bräunung, Faltspuren und Randunregelmäßigkeiten. Der Druck ist gut lesbar. Siegel teilweise beschädigt. Keine größeren Fehlstellen erkennbar.

Expertenmeinung und Schätzung


Positive Merkmale

  • Originaler Zeitdruck von 1732 mit klarer Datierung und Ortsangabe, aus einer wichtigen Landesverwaltung.
  • Dekorative Titelleiste mit Wappen und Zierinitiale.
  • Siegelspuren und Kanzleivermerk belegen den tatsächlichen Verwaltungsgebrauch und erhöhen den dokumentarischen Reiz.
  • Landeskundlich und rechtshistorisch interessant, daher für Sammler von Austriaca, Landesgeschichte und Verwaltungsgeschichte relevant.
Einschränkungen

  • Mandate und Patente dieser Art sind häufig und in großer Auflage gedruckt und werden in Archiven und im Handel zahlreich gefunden. Der Wert ist deshalb meist moderat.
  • Der Zustand (Feuchtigkeitsflecken, Siegelverlust) mindert den Preis.
  • Ohne Kenntnis des Inhalts (Thema der Verordnung) ist eine Feineinschätzung nicht möglich. Verordnungen zu wirtschaftlich oder historisch bedeutenden Themen (z. B. Steuern, Münzwesen, Handel, Krieg) sind gefragter.
  • Der Gesamtumfang ist unklar. Bei einem Konvolut mehrerer Mandate steigt der Wert als Posten.

Handlungsempfehlung durch die Experten für Bücher Autografen von Estimando


  1. Verkaufsweg: Das Auktionshaus Kiefer (Pforzheim) ist als Haus für Bücher, Autographen und Graphik geeignet. Wegen des moderaten Einzelwerts empfiehlt sich die Einlieferung als Teil eines Konvoluts mit weiteren Drucken oder Handschriften, damit sich Aufwand und Provision lohnen. Oder  Alain Haezeleer, Alexanderstraße 127, 70180 Stuttgart, biblio industries 
  2. Inhalt klären: Die Innenseiten fotografieren bzw. den Gegenstand der Verordnung ermitteln. Das Thema entscheidet über die Vermarktung und ist im Katalogtext ein wichtiges Verkaufsargument.
  3. Bibliografische Angaben: Format, Seitenzahl, Drucker (falls im Impressum), Bogensignatur und genaue Datierung angeben. Der Eintrag erfolgt am besten nach VD18 bzw. mit Vergleich in der Österreichischen Nationalbibliothek.
  4. Fotos: Titelseite, Zierleiste, Schlussseite, Siegel und Vermerk in guter Beleuchtung und ohne Schatten fotografieren.
  5. Nicht restaurieren: Feuchtigkeitsflecken nicht selbst behandeln, Siegelreste nicht ablösen. Trocken, flach und säurefrei in einer Mappe lagern.
  6. Alternative: Eine Einlieferung bei spezialisierten Antiquariaten (z. B. für Austriaca) oder ein Angebot an ein Landes- bzw. Stadtarchiv ist möglich.
  7. Limit: Erst nach Rücksprache mit dem Auktionshaus festlegen.

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